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Blogeintrag

Kapitel 7 Camping mit Hund im Burgund und …

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Amüsant-besinnlicher Reisebericht mit Lola

von Klaus-P. Fütterer // 2021
 
Teil 7

Mein Lieblingshund und ich machen uns auf nach Guédelon.

Hier wird seit 1997 mit den Techniken des 13. Jahrhunderts eine Burg errichtet. Vom direkt angrenzenden Steinbruch werden die rohen Steine mit Gespann zur Steinmetzwerkstatt gefahren, wo eine Hand voll Arbeiter daraus Quader schlagen. Auf die Mauern, die inzwischen kurz vor der Fertigstellung stehen, werden sie mit Holzkränen und Seilwinden gezogen. Vermauert werden sie mit selbst hergestelltem Kalkmörtel.

Die Werkzeuge entstehen in der Schmiede und

anderen Werkstätten, wo wir als Besucher die Entstehung verfolgen, oder mal ein französisches Wort mit dem Schmied oder der Korbflechterin wechseln können.

Die Verpflegung der Arbeiter übernimmt ein kleiner Hof, auf dem Gemüse gezogen und Vieh gehalten wird.

Wer sich von der Echtzeit-Kommunikations-Mentalität und der Allzeit-Verfügbarkeit aller Konsumgüter für die Dauer des Besuchs zu lösen vermag, der erfährt in der Langsamkeit die Komplexität schon des einfachen Lebens. Der Weg vom Setzling bis zum Gemüsegericht auf dem Teller oder die Entwicklung eines Felsens zum Schlussstein eines Torbogens, an der Burg sind die Abläufe eines Jahres oder Tages eigentlich schon im Zeitraffer zu erleben. Trotzdem kann das helfen, den Wert der Dinge etwas besser zu verstehen.

In den französischen Sommerferien ist die Baustelle stark besucht! Im Jahr 2023 soll sie abgeschlossen werden. Also: nix wie hin!

Lola durfte übrigens mit rein. Die freilaufenden Gänse schienen etwas beunruhigt. Sie überlebten zumindest Lola. Die Speisekarte vom nächsten Tag habe ich darauf nicht untersucht.

Wir drehen noch eine Runde durch den Wald. Ständig knallen die Schrotflinten der Jäger. Es ist Jagdsaison in Frankreich und diese Gelegenheit scheint man zu nutzen.

Lola lässt das völlig kalt. Kein Zucken, kein Jaulen, kein „ich will auf den Arm!“, keine Neigung, sich an der Jagd zu beteiligen. Sie ist halt ein Hüter.

Vor uns liegen jetzt Dijon mit seiner legendären Markthalle und Beaune, die Weinstadt mit dem Hotel Dieu.

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