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Blogeintrag

Camping mit Hund nach Irlund und … Teil 1

Buch-IRL

Camping mit Hund nach Irlund und … Teil 1: Auf die Insel

Wer schon mit im Burgund war, hat uns in einer Region kennengelernt, die sich deutlich besser auf Hund reimte als Irland, Südengland, Frankreich, Belgien und Holland und der kennt ja auch schon Lola.

Lola ist unsere inzwischen fünfjährige Border(line)Colliehündin, die 99% des Tages als vierbeiniger Engel durchgeht und auf allen Sprachen der durchreisten Länder mit den regionalen Variationen von „süß“, „lieb“, „hübsch“, … bezeichnet wurde.

Wenn aber das eine Prozent rausbricht, dann scheint sie nur noch eines im Sinn zu haben: den vierbeinigen Liebling ihrer Verehrer zu verspeisen. Dann verändert sich die Bewertung oft abrupt und es fallen Worte, die man heutzutage gar nicht mehr drucken darf. Früher hätte man festgelegt: „freigegeben ab 8“ und hätte sicher sein können, dass die Kinder erst in diesem Alter des Lesens mächtig wurden und zeitgleich auch eine gewisse Grundverrohung erfahren hatten, dass sie mal einen deftigen Fluch ertragen konnten. Heute treten die Kleinen bereits mit voll entwickelter Lesefähigkeit in den Kindergarten ein und beherrschen zumindest eine Fremdsprache passabel in Wort und Schrift. Aber das Seelchen ist doch noch zart! Also keine Flüche mehr in Büchern!

Ich bin übrigens der Klaus.

Aber wie kam es zu Irlund? Carina, meine Tochter, hatte sich entschieden, für ein paar Wochen auf einem Cottage auf der grünen Insel zu helfen. Kurz vorher fragte ich mich und dann auch sie, wie sie dorthin kommen wollte. Mit einem Corona-Flieger, mit einem VariVan-ausgebauten Bus von uns oder mit Bus und Chauffeur, mich? Klar.

Aber so eine Vater-Tochter-Lola-Kiste kann ja auch mal nett sein.

Im Rahmen von Kaffee in Holland, Tanken in Belgien und beim Warten vor dem Eurotunnel lernen wir also die ersten Übersetzungen von „süß,…“ kennen.

In Belgien musste ich mir auf der Autobahn mal kurz die Augen reiben. Da, wo man eine Stahlbetonbrücke vermuten durfte, zumindest fuhren da Fahrzeuge quer über die Bahn, lag so etwas wie ein angebissener Müsliriegel. Je näher wir kamen, desto unsicherer wurde ich, ob ich weiterfahren, oder eine Vollbremsung hinlegen sollte, was vermutlich eine Massenkarambolage und eine stundenlange Vollsperrung zur Folge gehabt hätte. 6 Semester Tragwerkslehre bedeuteten aber absolute Sicherheit, dass der Riegel nicht halten kann. Denn die am meisten tragenden Eisen in einer solchen Brücke liegen am unteren Rand der Betonelemente. Und der war einfach weg. Sauber, mit Eisen, rausgeschnitten, bisschen Betonschlämme drüber, hält. Scheinbar.

Selbst der optimistische Kölner musste ja beim Einsturz der Baustelle des Stadtarchivs feststellen, dat et net immer jutjeht, wenn man Stahl beim Betonieren weglässt oder hier eben rausbeißt. Gut jetzt wissen wir aus dem Film „Willkommen bei den Sch´tis“, dass es hier ganz in der Nähe eine Bevölkerung gibt, die nicht nur höchst absonderlich, sondern auch noch gelassener zu sein scheint als DER Kölner. Aber kann Gelassenheit eine Autobahnbrücke hochhalten?

Ich werde ein Experiment durchführen: Müsliriegel kaufen, abbeißen, draufdrücken und dabei ganz gelassen sein.

Ich weiß, dass er durchbrechen wird! Kein Stahl und ich kein Sch´ti.

 

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Die Tunnel- Abfertigungsanlage ist gigantisch, perfekt organisiert und völlig überdimensioniert. Sie stammt offenbar aus den Zeiten, als man noch vom geeinten Europa schwärmte und Engländer und Festländer sich gern mal einen Besuch abstatteten.

 

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Mit dem Hund müssen wir zu einer Pet Reception, wo man uns den Chip auslesen lässt und die Papiere gründlicher überprüft als später unsere Pässe.

Man fährt von der Seite in eine der rollenden Konserven und ich fühle mich an den Panzerzug von Stalin und „007-Liebesgrüße aus Moskau“ erinnert. Fast fensterlos, martialisch, eine rollende Trutzburg gegen eine übermächtige Bedrohung.

 

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Sean Connery taucht vor meinem inneren Auge auf. Er prostet mir mit einem Cocktailglas zu „Kanalwasser, geschüttelt!“. Auf dem Boden schwimmt ein Klumpen Schweröl, darüber treiben Wolken aus Microplastik.

Im Zug der Charme der Berliner U-Bahn: Licht, aber wenig, die Wände in einem Gelb- Grau- Braun gehalten, das sein Vorbild in den Raucherkneipen von früher gefunden haben dürfte und gelegentlich kommt eine Mitarbeiterin vorbei „Bitte die Zündung aus! Handbremse angezogen? Bitte nicht rauchen! Ja, man darf herumlaufen.“

Das alles täuscht aber doch nicht darüber hinweg, dass wir gebucht haben, mit einem Zug durchs Wasser zu fahren!!

Wir tauchen ab, die Luft wird schlecht, die Kinder aus dem Auto vor uns spielen Fangen. Kinder eben.

Ich gehe davon aus, dass der Hund die Unsäglichkeit unserer Tauchfahrt auch empfindet und beginne ihn zu beruhigen, bis ich etwas ruhiger werde.

 

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Carina und ich müssen noch entscheiden, was wir denn machen, wenn wir doch in Südengland ankommen. Dover, Richtung Westen, ……………….? Bevor wir uns entschieden haben, sind wir da. Phantastisch! Und so unkompliziert, dieser Tunnel!

 

Auf dem Plan stehen noch die Südküste Englands, Wales, Irland und Haute France.

Die nächsten Etappen findest du hier, wöchentlich oder in einem Büchlein, zu bestellen über www.VariVan.de.

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